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Die Chronologie der Preisverleihungen 2004 2005 2006 2007 2008 2009 Projektpreis 2009 Städtepreis 2010
Unter der Schirmherrschaft von Herrn Bundespräsident Christian Wulff hat die Stiftung Kriminalprävention am 8. Oktober 2010 den mit 10.000 € dotierten Deutschen Förderpreis Kriminalprävention (Städtepreis) an die Stadt Osnabrück vergeben.
Schon im Foyer zum Osnabrücker Friedensaal konnten die Gäste aus allen Teilen der Gesellschaft eine Ausstellung zu den Präventionsaktivitäten Osnabrücks bekommen, Ihre Eindrücke mit dem kriminalpräventiven Rat austauschen.
In feierlicher Stimmung hatte der Vizepräsident des Bundeskriminalamtes Prof. Dr. Jürgen Stock (vorn links), Kriterien für eine nachhaltige Präventionsarbeit beschrieben und festgestellt, dass sich die Arbeit der Stadt Osnabrück genau daran orientiert habe. Oberbürgermeister Boris Pistorius (oben, vorn, 2. v.l.) nahm für die Stadt und "sein" Präventionsgremium stolz die Ehrung entgegen:
Unter der Schirmherrschaft von Herrn Bundespräsident Horst Köhler hat die Stiftung Kriminalprävention am 30. Oktober 2009 zum fünften Mal den mit insgesamt 50.000 € dotierten Deutschen Förderpreis Kriminalprävention in Münster vergeben.
"In diesem Jahr lag der Schwerpunkt eindeutig bei Integrationsprojekten, welche erfolgreich Menschen aus dem Abseits zurück in die Gesellschaft holen oder schon im Kindesalter deren Abdriften verhindern“, sagte Klaus Stüllenberg, Vorstandsvorsitzender der auslobenden Stiftung Kriminalprävention in Münster in seiner Begrüßung der rund 180 Gäste aus ganz Deutschland.
„Die Verantwortlichen verdienen für Ihre vorbildliche Arbeit höchste Anerkennung. Sie leisten einen enormen Beitrag dazu, unser Land noch ein Stück lebenswerter für alle Bürger zu machen“, so Stüllenberg weiter.
Sodann markierte BKA Präsident Jörg Ziercke, auch Mitglied der Jury, die Erfordernisse zeitgemäßer Kriminalprävention.
"Entstehungsbedingungen von Kriminalität wie zukünftige gesellschaftliche, ökonomische, technologische und politische Veränderungen gelten als wesentliche Stellgrößen für die Chance einer Gesellschaft, ein wirksames Netz gegen Desintegration und Ausgrenzung zu schaffen."
Frau Senatorin a.D. Dagmar Pohl - Laukamp vergab den Medienpreis und würdigte den beharrlichen Einsatz des Preisträgers Fadi Saad...
... in Berlin geboren, palästinensische Eltern, in zwei Kulturen „deurabisch“ aufgewachsen doch keine richtig gelebt. Er hat die Grenzen überschritten und dafür von seinen Freunden auch noch Anerkennung erfahren – fatal für ihn.
Mit 17
zieht er sich aus der Spirale, findet den Weg in die Gesellschaft zurück
und schreibt ein Buch darüber: Welche Stellgrößen führen ins Abseits,
welche helfen, den Absturz zu vermeiden? Wer kann welchen Beitrag leisten? "Aus Sicht der Jury eine Pflichtlektüre für jeden Verantwortlichen in Politik und Verwaltung", so die Laudatorin.
Preisträger, Familie und Stifter
Der interkulturelle Ältestenrat wurde von Erich Marks, dem Geschäftsführer des Landespräventionsrates Niedersachsen als "beispielhaftes Integrations- und Konfliktvermeidungsprogramm" gewürdigt.
Die Northeimer Südstadt ist ein relativ kleinräumiges Quartier mit fast durchgehender Migrantenpopulation ohne dominierende Herkunftsgruppen und überwiegender Arbeitslosigkeit, geprägt von hoher Kriminalitätsdichte insbesondere unter Jugendlichen. Das Projekt Interkultureller Ältestenrat vermittelt konsensfähige Werte, schlichtet und lehrt, zu schlichten, bietet Hilfe und regelmäßige Kommunikationsplattformen an. Aus der Wirkungsbetrachtung werden fortlaufend Ergänzungsbausteine entwickelt. Die Wirkung des gesamten Projekts wird seit 2009 strukturiert untersucht, die Erkenntnisse dienen der Fortentwicklung und Verbreitung des Gesamtkonzepts.
"Die Jury ist sicher, dass nur eine aktive Beteiligung an der Gesellschaft Integration erst möglich macht", so Erich Marks zur Begründung der Preisvergabe.
"Wenn ein ganzes Bundeslandes erfolgreich Zivilcourage einfordert und unterstützt, dann zeigt dies, dass Staat und Gesellschaft dasselbe sind" , so der Autor und Journalist Hans Leyendecker auch mit Blick auf den tragischen Angriff in München in seiner Würdigung der Preisträger.
Mut machen, sich einzumischen. Zeigen, wie`s geht. Anerkennen. Rheinland-Pfalz hat im Jahr 2000 ein landesweites Projekt begonnen und keine Chance ausgelassen, das Ziel einer teilnehmenden Bürgergesellschaft zu fördern. Erfolgreich: Die Evaluierung zeigt, dass die Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft bereit sind, sich für den Nachbarn, den Mitschüler, den anderen Fahrgast im Bus oder den Spaziergänger im Park verantwortlich zu fühlen, Gleichgültigkeit entgegen zu wirken und Sicherheit zu vermitteln, anderen zu helfen, ohne sich selbst zu gefährden.
"Die Jury hofft auf eine deutliche Vorbildfunktion für andere Bundesländer, zumindest einzelne Städte, Gemeinden oder Landkreise", so der Laudator Hans Leyendecker in seiner viel beachteten Begründung des Votums der Jury .
Volker Bouffier, Hessischer Minister des Innern und für Sport, würdigte das von Lothar Kannenberg als Jugendhilfeeinrichtung initiierte Trainingscamp als ein „für Deutschland beispielhaftes und erfolgreiches Konzept, das jungen Männern zwischen 14 und 17 Jahren Anleitung und Hilfestellung zur Rückkehr in die Gesellschaft gibt. Durch den Schwerpunkt Sport und die pädagogische Betreuung erhalten die Jugendlichen eine Orientierung, die sie bei einer selbstständigen Lebensgestaltung unterstützen soll.“
Auf dem
Weg nach unten nichts ausgelassen: Überfälle, Drogen, Alkohol,
Körperverletzung: Jugendliche, nicht schulfähig, nicht berufsfähig,
nicht bindungsfähig. Und sie wissen: In den Knast, auf die Straße, in
die Psychiatrie – oder ins Trainingscamp.
„Wenn ich
mich verändern kann“, so der Gründer und Begründer Lothar Kannenberg,
selbst auf dem Weg nach unten plötzlich angehalten, „dann kannst Du es
auch“. Er bietet und fordert: Geborgenheit, Respekt, Konsequenz.
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Lothar Kannenberg mit seinem Respekttrainerteam nach gelungener Demonstration unter Einbeziehung der Gäste "Wir schaffen es!
Eine vollständige Betreuung mit gruppen- und erlebnispädagogischem Ansatz sowie die Erziehung durch Sport gibt den Jugendlichen Hilfestellung und Struktur. ![]()
"Ich
gratuliere Herrn Kannenberg und seinem Team zu dieser Auszeichnung. Ihr
nicht nachlassendes Engagement sowie die beeindruckenden Erfolge haben
die Jury veranlasst, das Trainingscamp mit einem Preis auszuzeichnen",
so der Minister zur Entscheidung der Jury.
"Das ist Prävention in ihrer edelsten Form, da ist noch nichts oder nicht viel passiert, wo Farid Vatanparast seit Jahren mit seinem Team ansetzt: Kinder bekommen Inhalte und Ziele", so die Würdigung durch den deutsch/österreichischen Kriminologen und Soziologen Dr. Reinhard Kreissl für das Projekt: Boxsport mit Karriere gegen Hausaufgabenkontrolle und Straffreiheit.
Zwei Teilnehmer am Programm, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, berichten zusammen mit ihrem Trainer, Farid Vatanparast (l.) über ihre Erfahrungen.
Ein ganz normaler Sportverein in Münster, Boxabteilung, Leiter Farid Vatanparast. Mädchen und Jungs bis 17 Jahre lernen bei ihm Boxen, sportliches, faires Umgehen mit einander. Und für jede Trainingseinheit gibt`s zuvor eine Hausaufgabeneinheit. Der Bessere hilft dem Schlechteren, ehrenamtliche Erwachsene führen die Aufsicht und vermitteln Wissen. Ergebnis: Boxsporterfolge bis auf die europäische Ebene, keine Fünfer in der Schule, keine Straffälligkeit – hohe Anerkennung bei Eltern und Freunden. Und das im dritten Jahr!
"Wir wollen einfach dazu beitragen, dass eine solche Initiative Deutschlandweit Beachtung und Nachahmung findet, darüber hinaus das Engagement würdigen und belohnen", so der Laudator Dr. Kreissl, selbst Mitglied der Jury.
Farid Vatanparast überraschte mit seiner Replique Laudator und Gäste: "Wir müssten so etwas überall in Deutschland tun."
Städtepreis 2009 für Augsburg
In besonderer Weise stellte der Minister heraus, dass es in Deutschland einmalig sei, dass sich Rat und Verwaltung einer Stadt verpflichtet haben, alle sicherheitsrelevanten Entscheidungen ihrem Präventionsgremium zur Stellungsnahme vorzulegen, damit Präventionsaspekte von Anfang an berücksichtigt werden können.
Laudator und Gratulant: Staatsminister Joachim Herrmann
Der stolze Präventionsrat mit seinen Arbeitskreisleiterinnen und -leitern erhält Dank und Lob für die beharrliche Aufbauarbeit und sehr erfolgreichen Arbeitsergebnisse von Stadtrat Walter Böhm. Dazu gehört natürlich die stolze "Chefin" mit dem hart erarbeiteten Städtepreis:
Diana Schubert
Städtepreis 2008 für Oldenburg/Oldenburg
In dem seit zehn Jahren bestehenden Präventionsgremium sind alle gesellschaftlich relevanten Kräfte vertreten und arbeiten nachvollziehbar zusammen. Aktivitäten folgen gemeinsam erkannten Handlungsbedarfen und werden auf Wirksamkeit untersucht. Insgesamt kommen bewährte Programme ebenso zur Anwendung wie innovative, eigenständig entwickelte Projekte. Rat, Verwaltung und Präventionsgremium nutzen dabei obligatorisch ihre unterschiedlichen Kompetenzen. "Eine ganze Stadt macht Prävention" ist nicht nur der Slogan von Oldenburg, sondern die Lebenswirklichkeit dort - mit den entsprechenden Erfolgen in Zahlen und Befindlichkeit der Bevölkerung. Würdigung:
Medienpreis Kriminalprävention Prävention ist doch spannend! Zumindest beim Verband für Sicherheit in der Wirtschaft Niedersachsen, der zusammen mit dem freien Autor und Redakteur Klaus-Henning Glitza seit vier Jahren die „Info Sicherheit“ herausgibt. Vom mittelständischen Unternehmer bis zum Leiter Konzernsicherheit, vom Bürgermeister bis zum Minister – alle Gestalter von Sicherheit werden regelmäßig über Ursachen, Strukturen, Auswirkungen und Präventionsmöglichkeiten zu Themen wie Produktpiraterie, Wirtschaftsspionage, Erscheinungsformen organisierter und Wirtschaftskriminalität informiert, ebenso über aktuelle Entwicklungen neuer Kriminalitätsformen. Laudatio, Preisübergabe: Jörg Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamtes
Kein Täter werden – Charité Berlin Initiiert vom Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité Berlin leistet das Projekt wahre Präventionsarbeit: Eine pädophile Veranlagung ist zwar nicht heilbar, jedoch behandelbar. Pädophile Menschen können lernen, eigene sexuelle Wünsche und Fantasien soweit zu kontrollieren, dass sie diese nicht mit Kindern realisieren (Behandlung potenzieller Täter = Opferschutz). Eben dieses Ziel verfolgt das auf Freiwilligkeit und Eigeninitiative pädophil veranlagter Menschen beruhende Projekt „Kein Täter werden“. Mit dem umfangreich evaluierten Anfangserfolg wird das Konzept über Berlin hinaus zum Standard für Deutschland entwickelt werden können. Vorstellung: Prof. Dr. Dr. Beier Würdigung, Preisübergabe: Frau Ursula Piëch
Wissenschaftspreis Kriminalprävention – „PaC“ Prävention als Chance Zum ersten Mal in diesem Jahr ausgezeichnet, soll das wirksame und unmittelbare Zusammenwirken von Wissenschaft und Anwendungsebene herausgestellt werden: Beispiel gebend werden auf Initiative des Landeskriminalamtes Niedersachsen und des Gemeinde Unfallversicherungsverbandes Hannover bewährte Präventionsangebote zur Reduzierung von Rohheitsdelikten sinnvoll zusammengeführt. Ein Team aus führenden Wissenschaftlern evaluiert Konzept und Umsetzung, trägt so mit seinen Erkenntnissen zur fortlaufenden Anpassung der Maßnahmen bei.
AGGAS – Trouble Line Die Inanspruchnahme der „Trouble Line“ in Weilburg hat Folgen: Gewalt und Kriminalität in Schulen sowie in deren Umfeld werden unverzüglich verfolgt, ursächliche Strukturen sachgerecht beseitigt. Polizei, Schul-, Schüler- und Elternvertreter sowie zuständige Ämter führen dazu konsequente, koordinierte Maßnahmen durch. Das zeigt Wirkung: Die Evaluierung beschreibt einen kontinuierlichen Rückgang von Gewalt und Kriminalität, alle Beteiligten erleben Schule wieder als befriedeten Raum. Und: Die Ausweitung auf ein landesweites Projekt ist in Vorbereitung. Life Präsentation: So arbeitet die Trouble Line
Prisma e.V. Leonberg Mehrfach- und Intensivtäter (14 bis 21 Jahre), die zu Freiheitsstrafen ohne Bewährung verurteilt sind, lernen ein Leben ohne Straftaten in Verantwortung für sich und andere. Der Vollzug der Jugendstrafe durch einen freien Träger in familienähnlichen Wohngemeinschaften bei straff geregeltem Tagesablauf und strukturierter Berufsausbildung ist Gegenstand des baulich offenen Jugendstrafvollzuges im Seehaus Leonberg. Die Evaluierung zeigt beeindruckende Ergebnisse. Vor dem Hintergrund des bis Ende des Jahres in jedem Bundesland zu verabschiedenden Jugendstrafvollzugsgesetzes hat das Projekt bundesweite Bedeutung und findet reges Interesse in den Ländern.
Diakonisches Werk Hannover Zusammen mit Netzwerkorganisationen sind in unterschiedlichen Einrichtungen (Kitas, Schulen, Jugend- und Kulturtreffs) eines gesamten Stadtteils auf Nachhaltigkeit angelegte Maßnahmen etabliert, welche Gewalt wirksam reduzieren. Das Besondere an diesem Programm ist die konsequente Einbindung der Kinder, Jugendlichen und Eltern durch die Erzieher/-innen und Lehrer/-innen, die ihrerseits fortlaufend trainiert werden.
Verkehrsverbund Rhein-Sieg Die unterschiedlichen Projektbausteine der Mobilitätserziehung geben Kindern und Jugendlichen ein hohes Maß an Verkehrssicherheit und reduzieren wirksam Gewalt sowie Vandalismus. Die Vernetzung vieler Kompetenzen auf kommunaler Ebene gewährleistet einen ganzheitlichen Ansatz. Das Programm ist bereits in 33 Gemeinden eingeführt, die Erfolge sind beeindruckend. Zur Evaluierung werden unterschiedliche Werkzeuge genutzt, die Erkenntnisse zu einer Wirksamkeitsaussage zusammen geführt.
Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM) – Vereinsverband Mettmann und Projektpartner Die Bündelung der unterschiedlichen Verantwortlichkeiten von Behörden und Einrichtungen gewährleistet nachhaltig eine konsequente und zeitnahe Reaktion auf Fälle häuslicher Gewalt sowie eine individuelle Beratung von Opfern und Tätern. Die daraus entwickelte und nachgewiesene Präventionswirkung ist beispielgebend. Insbesondere sind die Ergebnisse zur Vermeidung von Wiederholungstaten beeindruckend – die Spiralwirkung häuslicher Gewalt wird unterbrochen.
Berufsbildungswerk Leipzig und kriminalpräventiver Rat Leipzig Und es geht doch! Beide Organisationen zeigen mit ihrem Projekt, dass sich arbeitslose Jugendliche mit krimineller Vorgeschichte sozial und beruflich reintegrieren lassen. Motivation und Berufsorientierung durch Beschäftigung in verschiedenen Gewerberichtungen sowie eine sozialpädagogische Begleitung und Betreuung bis hin zur Vermittlung in höher qualifizierende Anschlussmaßnahmen geben den Jugendlichen die zweite Chance, ihr eigenes Leben erfolgreich zu bewältigen.
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